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	<title>Hintergrundwissen Archives - Ihr Online Portal für Mitglieder und Interessierte</title>
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		<title>Alpha-1-Historien-Video: Wenn Medizingeschichte lebendig wird</title>
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		<dc:creator><![CDATA[A1D-WebRedaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Aug 2026 12:54:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Hintergrundwissen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Alpha-1-Historien-Video: Wenn Medizingeschichte lebendig wird Ein Beitrag von Leyla Gür. Es gibt Projekte in unserer Agenturarbeit, die sich schon in den ersten Gesprächen besonders anfühlen. Das Video zur Geschichte des...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="font-weight: 400;"><strong>Alpha-1-Historien-Video: Wenn Medizingeschichte lebendig wird</strong></p>
<p>Ein Beitrag von Leyla Gür.</p>
<p style="font-weight: 400;">Es gibt Projekte in unserer Agenturarbeit, die sich schon in den ersten Gesprächen besonders anfühlen. Das Video zur Geschichte des Alpha-1-Antitrypsin-Mangels war für mich genau so ein Projekt. Schnell war klar: Hier entsteht nicht einfach ein schönes Format für Social Media. Hier geht es um eine Geschichte, die seit mehr als 130 Jahren Menschen bewegt und die noch heute eine große Bedeutung für die Medizin im Allgemeinen hat.</p>
<p style="font-weight: 400;">Aber nochmal von Anfang an. Letztes Jahr durfte ich für und mit Alpha1 Deutschland e.V. ein Gespräch mit Prof. Dr. Sabina Janciauskiene und Marion Wilkens zur Geschichte des Alpha-1-Antitrypsin-Mangels führen. Prof. Dr. Janciauskiene begleitet Alpha1 Deutschland als wissenschaftliche Fachberaterin und forscht seit vielen Jahren rund um Alpha-1. Marion Wilkens wiederum setzt sich – wie Sie vermutlich alle wissen – mit Herzblut, Ausdauer und beeindruckender Energie für Betroffene, ihre Angehörigen und mehr Aufmerksamkeit für Alpha-1 ein, in Deutschland ebenso wie international.</p>
<p>Dieses Gespräch durften wir dann in ein Video verwandeln, welches es nun endlich für Sie zum Anschauen und Anhören gibt – auf YouTube und auch auf Spotify. Schauen Sie gern gleich hinein.</p>
<p style="font-weight: 400;"><a href="https://www.youtube.com/watch?v=q1u6npwXL_E&amp;t=2980s" target="_blank" rel="noopener">Zu YouTube</a></p>
<p><a href="https://open.spotify.com/episode/1efNHlVg4gw2FUZlCjp9ki" target="_blank" rel="noopener">Zu Spotify</a></p>
<p style="font-weight: 400;"><strong>Eine Entdeckung mit Folgen</strong></p>
<p style="font-weight: 400;">Eine Sache, die ich während der Vorbereitung mit Sabina und Marion gelernt habe und gerne schon als kleinen Spoiler vorweg mitgeben möchte: Die Geschichte von Alpha-1 reicht weit über die Erkrankung selbst hinaus. Sie erzählt auch davon, wie sich Medizin weiterentwickelt und wie aus einzelnen Beobachtungen nach und nach ein größeres Bild entstehen kann – und warum es sich lohnt, genauer hinzuschauen, wenn Beschwerden nicht so recht zu den üblichen Erklärungen passen.</p>
<p style="font-weight: 400;">So führt uns Sabina im Video bis ins 19. Jahrhundert zurück, zu den ersten Spuren von Alpha-1. Damals gab es Begriffe wie DNA, Gene oder Proteinvarianten in unserem heutigen Verständnis noch nicht. Trotzdem beobachteten Forschende bereits damals, dass im Blut offenbar Stoffe vorkommen, die bestimmte eiweißabbauende Enzyme hemmen können.</p>
<p style="font-weight: 400;">Der entscheidende Durchbruch kam Anfang der 1960er-Jahre, als die beiden schwedischen Forscher Carl-Bertil Laurell und Sten Eriksson mithilfe neuer Laborverfahren zeigen konnten, dass bei einigen Patientinnen und Patienten mit frühem Lungenemphysem ein bestimmtes Protein fehlte, nämlich Alpha-1-Antitrypsin. Eine, wie sich heute zeigt, weitgreifende Entdeckung! Denn damit wurde plötzlich verständlich, warum auch Menschen ohne die klassischen Risikofaktoren wie Rauchen oder arbeitsbedingtem Feinstaub schwere Lungenschäden entwickeln können – und wie unglaublich vielseitig und wichtig Proteine in unserem Körper wirklich sind.</p>
<p style="font-weight: 400;">Aber ich möchte auch nicht zu viel vorwegnehmen. Im Video erfahren Sie unter anderem, welche wissenschaftlichen Durchbrüche diese Entdeckung möglich gemacht haben, warum Alpha-1-Antitrypsin bis heute eine so wichtige Rolle in der Medizin spielt und wie eng Forschung, Aufklärung und persönliche Erfahrungen miteinander verbunden sind.</p>
<p style="font-weight: 400;"><strong>Kamera und Action – Meine Eindrücke vom Drehtag</strong></p>
<p style="font-weight: 400;">Was ich am Dreh dieses Historien-Videos besonders schön fand, war die Location selbst. Dass wir in der Thoraxklinik Heidelberg drehen durften, hat thematisch einfach perfekt gepasst. Hier arbeiten und forschen heute viele Menschen, die sich aktiv für Alpha-1 einsetzen – unter anderem auch Prof. Dr. Franziska Trudzinski. Gleichzeitig steht die Klinik seit Jahrzehnten für Lungenmedizin und wegweisende Forschung. Ein besonderer Dank geht an dieser Stelle auch an Herrn Frank, Herrn Prof. Dr. Herth, Frau Dr. Oswinde Bock-Hensley sowie das gesamte Team der Thoraxklinik für die große Offenheit und dafür, dass uns sogar das im Schlösschen ansässige Tuberkulose-Museum als Drehort zur Verfügung gestellt wurde.</p>
<p style="font-weight: 400;">Vor Ort hat auch alles wunderbar geklappt. Unser Kameramann Martin Sauer von entermedia brachte alles mit, was ein professioneller Dreh erfordert – von Kamera und Licht über Ton bis hin zu Stativen und einer ganzen Menge Kabel. Bevor das eigentliche Gespräch starten konnte, wurde sorgfältig aufgebaut, verkabelt und getestet. Mikrofone wurden befestigt, Sender verstaut und jedes Detail mehrfach geprüft. Was im Video so einfach aussieht, bedarf dann eben doch ein bisschen Planung und Arbeit.</p>
<p style="font-weight: 400;">Das Gespräch verlief nicht nur reibungslos und ganz souverän, sondern war auch inhaltlich und menschlich sehr beeindruckend für mich. Auch wenn ich die Inhalte durch die Vorbereitung bereits kannte, war es mehr als inspirierend zu sehen, wie viel Energie, Wissen und Leidenschaft von Marion und Sabina ausgeht. Dabei wurde mir noch einmal mehr bewusst, dass es bei Erkrankungen wie Alpha-1 nie nur um medizinische Fakten geht, sondern immer um Menschen – Menschen, die betroffen sind, aber auch Menschen, die sich engagiert und voller Elan dafür einsetzen, dass erstere gesehen, verstanden und bestmöglich begleitet werden.</p>
<p style="font-weight: 400;"><strong>Von wegen von gestern: Warum Geschichte Hoffnung machen kann</strong></p>
<p style="font-weight: 400;">Aber warum haben wir eigentlich ein Video über die Geschichte von Alpha-1 gedreht? Gibt es nicht viel Spannenderes aus dem Hier und Jetzt zu erzählen?</p>
<p style="font-weight: 400;">Natürlich muss man zunächst sagen: Ein Video ist nur <em>ein</em> Video. Und wir hoffen sehr, in Zukunft noch viele weitere Videos und Formate umsetzen zu können, die sich beispielsweise mit aktuellen Forschungsansätzen, neuen Entwicklungen oder persönlichen Geschichten beschäftigen.</p>
<p style="font-weight: 400;">Gleichzeitig steckt in der Geschichte von Alpha-1 aber weit mehr als ein Blick zurück. Sie kann auch heute noch wertvolle Erkenntnisse liefern und vielleicht sogar Hoffnung machen. Dank der besonderen Einblicke von Marion und Sabina, die die Entwicklung von Alpha-1 über viele Jahre begleitet und zum Teil selbst mitgestaltet haben, wird sichtbar, was bereits alles erreicht wurde. Man erkennt, wie viele Menschen dazu beigetragen haben, dass wir heute so viel mehr über die Erkrankung wissen als noch vor einigen Jahrzehnten.</p>
<p style="font-weight: 400;">Dabei wird auch deutlich, dass Fortschritt selten geradlinig verläuft. Manchmal sind es neue technische Möglichkeiten, manchmal glückliche Zufälle und oft jahrelange harte Arbeit, die den entscheidenden Unterschied machen. Und manchmal braucht es den Mut, einer Spur weiter zu folgen, die auf den ersten Blick gar nicht besonders vielversprechend erscheint.</p>
<p style="font-weight: 400;">Vielleicht macht Geschichte genau deshalb auch Mut: Sie zeigt, dass Entwicklungen Zeit brauchen und dass Fortschritt auf dem Wissen und Engagement vieler verschiedener Menschen aufbaut. Nichts entsteht aus dem Nichts, und um die Analogie noch weiter zuzuspitzen: Erst wenn man zurückschaut, sieht man ja auch, wie weit man eigentlich gekommen ist – ganz unabhängig davon, wie viel Weg noch vor einem liegt.</p>
<p style="font-weight: 400;">Also, wenn Sie mich fragen: Nehmen Sie sich eine ruhige Minute – oder besser gleich 60 <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f609.png" alt="😉" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> – und schauen Sie sich die Geschichte von Alpha-1 an, erzählt von Marion und Sabina. Vielleicht macht sie Ihnen genauso deutlich wie mir, dass ein Blick zurück nicht nur erklärt, wie wir hierhergekommen sind, sondern auch zeigt, was möglich wird, wenn Menschen über viele Jahre hinweg mit Neugier, Ausdauer und Engagement an einer Sache arbeiten. Ich spreche auf jeden Fall eine große Empfehlung aus!</p>
<p style="font-weight: 400;">Hier geht es zum Video:</p>
<p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=q1u6npwXL_E&amp;t=2980s" target="_blank" rel="noopener">Zu YouTube</a></p>
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		<title>Neue Leitlinie zur Nachsorge nach Lungentransplantation</title>
		<link>https://alpha1-deutschland.org/neue-leitlinie-zur-nachsorge-nach-lungentransplantation</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[A1D-WebRedaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 04 Jan 2026 16:10:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Alpha1 & die Lunge]]></category>
		<category><![CDATA[Hintergrundwissen]]></category>
		<category><![CDATA[Transplantation]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Neue Leitlinie zur Nachsorge nach Lungentransplantation Mehr Sicherheit und klare Empfehlungen für Patientinnen und Patienten Für Menschen nach einer Lungentransplantation ist eine gute und regelmäßige Nachsorge entscheidend. Um Ärztinnen und...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h1 style="font-weight: 400;"><span style="color: #004267;"><strong>Neue Leitlinie zur Nachsorge nach Lungentransplantation</strong></span></h1>
<h2 style="font-weight: 400;"><span style="color: #004267;"><strong>Mehr Sicherheit und klare Empfehlungen für Patientinnen und Patienten</strong></span></h2>
<p style="font-weight: 400;">Für Menschen nach einer Lungentransplantation ist eine gute und regelmäßige Nachsorge entscheidend. Um Ärztinnen und Ärzte dabei bestmöglich zu unterstützen, wurde im November 2025 erstmals weltweit eine sogenannte <strong>S3-Leitlinie zur Nachsorge bei erwachsenen Lungentransplantierten</strong> veröffentlicht.</p>
<p style="font-weight: 400;">Diese Leitlinie wurde unter Federführung der <strong>Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP)</strong>gemeinsam mit weiteren Fachgesellschaften aus Deutschland, Österreich und der Schweiz erarbeitet. Sie fasst den aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand zusammen und gibt klare Empfehlungen, wie die medizinische Betreuung nach einer Lungentransplantation aussehen sollte.</p>
<p style="font-weight: 400;">Im Mittelpunkt steht ein <strong>strukturierter Nachsorgeplan</strong>. Darin wird beschrieben,</p>
<ul style="font-weight: 400;">
<li>welche Untersuchungen nach der Transplantation wichtig sind,</li>
<li>wie oft Kontrollen stattfinden sollten (z. B. engmaschig in der ersten Zeit, später in größeren Abständen),</li>
<li>und wie mögliche Komplikationen frühzeitig erkannt werden können.</li>
</ul>
<p style="font-weight: 400;">Ziel der Leitlinie ist es, die <strong>Langzeitgesundheit und Lebensqualität</strong> von lungentransplantierten Patientinnen und Patienten zu verbessern und eine möglichst einheitliche, hochwertige Versorgung sicherzustellen.</p>
<p style="font-weight: 400;"><strong>Zur Pressemitteilung der DGP:</strong><br />
<a href="https://pneumologie.de/aktuelles-service/presse/pressemitteilungen/weltpremiere-erste-s3-leitlinie-zur-nachsorge-bei-lungentransplantation-bietet-klare-orientierung-fuer-fachaerztinnen-und-aerzte">Weltpremiere: Erste S3-Leitlinie zur Nachsorge bei Lungentransplantation</a></p>
<p style="font-weight: 400;"><strong>Zur Leitlinie (Langfassung):</strong><br />
<a href="https://328508.seu2.cleverreach.com/c/112905653/1c616b9eaa5-t6qq58">› S3-Leitlinie DACH-Leitlinie: Nachsorge von Erwachsenen nach Lungentransplantation im AWMF-Leitlinienregister öffnen</a></p>
<p style="font-weight: 400;">03.01.2026</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Wie entsteht ein Protein?</title>
		<link>https://alpha1-deutschland.org/proteinentstehung</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion Alpha1 Deutschland e.V.]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Feb 2022 14:50:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrundwissen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://alpha1-deutschland.org/?p=6339</guid>

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</div>
<div class="wpb_text_column wpb_content_element " >
	<p style="font-weight: 400;"><strong>Dipl. Biol. Martina Veith, Prof. Dr. Timm Greulich, Alpha1 Deutschland e.V., so erschienen im <a href="https://alpha1-deutschland.org/alpha1-journal">Alpha1-Journal 2/2022</a>.</strong></p>
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<div class="wpb_text_column wpb_content_element " >
	<p><strong>„AAT unterstützt die Immunreaktion und spielt eine wichtige Rolle im Verlauf einer Entzündung, Infektion oder Gewebeverletzung.“</strong></p>
<p>Proteine sind für unseren Körper unentbehrlich, denn sie sind für eine Vielzahl von zellulären Funktionen verantwortlich. Einige Proteine sorgen für die Struktur der Zelle. Andere dienen als Transporter für kleinere Moleküle, wie z. B. das Hämoglobin in den roten Blutkörperchen, von wo aus Sauerstoff an die Zelle gebracht und Kohlendioxid abtransportiert wird. Sogenannte Enzyme werden benötigt, um biochemische Reaktionen im Körper in Gang zu setzen bzw. diese zu beschleunigen. Antikörper ermöglichen dem körpereigenen Immunsystem die Erkennung und gezielte Bekämpfung von potenziell schädlichen Mikroben.</p>
<p>Alpha-1-Antitrypsin (AAT) ist ein Akut-Phase-Protein. AAT unterstützt die Immunreaktion und spielt eine wichtige Rolle im Verlauf einer Entzündung, Infektion oder Gewebeverletzung. AAT wird vor allem in der Leber gebildet und ist praktisch in allen Körpergeweben zu finden. Es ist eine Art Schutzeiweiß, denn es dient als wichtiger Gegenspieler von körpereigenen Stoffen, die Gewebe abbauen können.</p>
<p>Auch wenn die Proteine eine große Vielfalt an Aufgaben vorweisen, sind alle Proteine nach einem Prinzip aufgebaut. Sie bestehen aus verschiedenen Aminosäuren (Bausteinen), die wie Perlen an einer Kette hintereinander aufgereiht sind und über eine sogenannte Peptidbindung zwischen der Carboxy- Gruppe (das eine ‚Ende‘ einer Aminosäure) der ersten und der Amino-Gruppe (das andere ‚Ende‘ einer Aminosäure) der nächsten Aminosäure verknüpft sind. Je nachdem, welche der 20 Aminosäuren und in welcher Reihenfolge die Aminosäuren aneinandergereiht sind, entstehen unterschiedliche Proteine. Jedes Protein hat eine ganz bestimmte räumliche Struktur. Diese Struktur ist die Voraussetzung dafür, dass das Protein seine spezielle Aufgabe im Organismus wahrnehmen kann.</p>
<p>Die Baupläne für Proteine sind in DNA (engl. desoxyribonucleic acid) -Abschnitten (Genen) in Form eines Codes (genetischer Code) gespeichert. Der genetische Code ergibt sich aus der Abfolge (Sequenz), in der die vier organischen Basen Adenin, Thymin, Cytosin und Guanin angeordnet sind.</p>
<p>Der Prozess vom Gen zum Protein wird als Proteinbiosynthese bezeichnet und besteht aus zwei Hauptschritten: der Transkription und der Translation (siehe Abb. 1 ‚Vom Gen zum Protein‘).</p>
<p>Bei der Transkription (lat. transcribere = umschreiben) werden transportfähige Kopien (mRNA=messenger RNA (Boten-RNA)) von demjenigen DNA-Stück, welches für das Protein codiert, im Zellkern der Zelle hergestellt. Dazu wird die genetische Information der doppelsträngigen DNA in einzelsträngige mRNAs umgeschrieben. In der RNA wird die Base Thymin durch die Base Uracil ersetzt.</p>
<p>Nach der Transkription wird die mRNA aus dem Zellkern ins Cytoplasma transportiert und bindet an das Ribosom, wo sie translatiert (übersetzt) wird. Hierbei dient die mRNA als Vorlage für die Verkettung verschiedener Aminosäuren zu einem Protein.</p>
<p>Drei aufeinanderfolgende Basen, auch Triplett oder Codon genannt, codieren für eine Aminosäure. Zusätzlich gibt es noch spezielle Kombinationen (Codons) für den Beginn (Start) und das Ende (Stopp) eines Gens (siehe Abb. 2 ‚Code-Sonne‘). Dieser Code ist – bis auf wenige Ausnahmen – universell: in Mensch, Maus und Bakterium.</p>
<p>Die Entschlüsselung des genetischen Codes im Jahr 1961 durch Nirenberg und Matthaei machte es möglich, die Vorgänge der Proteinbiosynthese auf molekularer Ebene zu verstehen, und bildet so den Grundstein der Gentechnik (M. W. Nirenberg, J. H.Matthaei, Proc. Natl. Acad. Sci. USA 1961, 47, 1601. 6) Cold Spring Harbor Symposium, Vol. XXXI, 1966, S. 25-38).</p>
<p>Derzeit forschen verschiedene Gruppen weltweit an diversen Anwendungen der ‚medizinischen‘ RNA: das geht von der Behandlung von Erbkrankheiten und Krebserkrankungen bis hin zur Impfung.</p>
<p>Auch auf dem Gebiet Alpha-1-Antitrypsin-Mangel gibt es Studien, die mittels RNA-Interferenz (kurz RNAi) zielgerichtet Gene abschalten. RNAi ist ein natürlicher Mechanismus in den Zellen und dient der Stilllegung von Genen. Die RNAInterferenz beruht auf einer Wechselwirkung kurzer Stücke von RNA mit der mRNA. Als Folge wird die mRNA in mehrere Bruchstücke gespalten und die zu übertragende Information wird zerstört. Eine Translation in ein Protein wird verhindert. Somit kann die Zelle die Produktion von Proteinen regulieren, da nicht in jeder Zelle und zur gleichen Zeit dieselben Proteine benötigt werden.</p>
<p>Dieser Mechanismus wird in einer Studie bei Alpha-1-Antitrypsin- Patienten mit dem Pi*ZZ-Genotyp genutzt. Bei der häufig vorkommenden Z-Mutation wird das Alpha- 1-Antitrypsin fehlgefaltet und kann nicht aus den Leberzellen in die Blutbahn diffundieren. Ein künstlich hergestelltes RNA-Stück soll die Produktion des mutierten Alpha-1-Antitrypsin (Z-AAT) -Proteins unterbinden und somit eine Anhäufung der fehlgefalteten Z-Proteine in den Leberzellen verhindern. Der jetzige Stand der Studie sieht sehr vielversprechend aus. (Strnad P, Mandorfer M, et al. Fazirsiran for Liver Disease Associated with Alpha(1)-Antitrypsin Deficiency. N Engl J Med. 2022 Aug 11;387(6):514-524. doi: 10.1056/NEJMoa2205416. Epub 2022 Jun 25.)</p>
<p>Dipl. Biol. Martina Veith, Prof. Dr. Timm Greulich</p>
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