AutorIn
Katrin Heimann, so erschienen im Alpha1-Journal 2/2025.
Mein Name ist Katrin Heimann, ich bin PiZZ, werde seit 13 Jahren substituiert und nutze bei körperlicher Belastung einen Sauerstoffkonzentrator.
Anfang 2025 habe ich die Nachricht erhalten, dass ich im Oktober an einer Rehabilitationsmaßnahme in der Rehabilitationsklinik im Seebad Ahlbeck auf Usedom teilnehmen darf.
Von diesem Aufenthalt möchte ich Euch berichten. Ich werde nicht von der Beantragung und den Fristen etc. erzählen, da für mich nicht die deutsche Rentenversicherung zuständig ist, sondern eine berufsständische Altersvorsorge. Damit ist die Organisation und die zu erwartende Unterstützung sehr individuell.
Die Klinik wünschte, dass die Aufnahme am Vormittag erfolgt, was für mich bei 450 km Anreise bedeutete, dass ich bereits am Vorabend auf einem Campingplatz eincheckte.
Pünktlich am nächsten Morgen wurde ich sehr freundlich am Empfang begrüßt, im Speisesaal platziert, dann von einer Kollegin der Station abgeholt und zügig hatte ich mein Zimmer, einen Aufnahmetermin bei der Ärztin und auch schon das erste Mittagessen.
Die Klinik ist vielleicht nicht im allerneuesten Style eingerichtet, wirkt aber vom ersten Moment an freundlich und gut strukturiert. Der lichtdurchflutete Speisesaal, die ansprechend eingerichteten Zimmer mit genügend und gut durchdachtem Stauraum und das Rauschen der Ostsee, das im Zimmer wunderbar hörbar ist, haben mir den Start wirklich sehr leicht gemacht. Meine Therapie wurde am ersten Tag durch die Ärztin festgelegt und so ging es am nächsten Morgen auch schon los.
Medizinische Trainingstherapie, Atemgymnastik am Strand, Koordinationstraining, Ergometertraining, Therabandübungen und Wassergymnastik im eigenen, sehr schönen Schwimmbad wurden in den folgenden Tagen in einem guten Mix zu Fangopackungen, Massagetherapien und Inhalationen zusammengestellt und haben mich wirklich sehr entspannt.
Darüber hinaus wurde ich intensiv zu der Krankheit COPD geschult. Zu Beginn dachte ich: JAAA, weiß ich doch alles … Aber die Schulung war wirklich gut gemacht und ich hatte nicht das Gefühl, meine Zeit zu vergeuden.
Unsere Erkrankung wurde dabei nur erwähnt … aber das hat mich nicht gestört. Für spezifische Informationen gibt es ja den Verein (für den ich ein bisschen Werbung gemacht habe).
Erfreulicherweise durfte ich den Aufenthalt sogar um eine Woche verlängern. Hier war die Organisation etwas holprig, aber am Ende hat alles geklappt.
Wenn ich überhaupt etwas zu kritisieren habe, dann, dass die Anpassung der Therapien manchmal etwas verzögert umgesetzt wurde. Ich glaube, das ist in Kliniken dieser Größe kaum anders zu erwarten. Als Patientin hatte ich schnell das Gefühl, mir läuft die Zeit davon. Letztlich hat immer alles noch geklappt. Hier kann ich jedem nur den Rat geben, selbstständig aktiv zu werden, sei es durch Nachfragen, sei es durch aktive Gestaltung der eigenen Freizeit (z. B. durch PROMISE Trainingseinheiten… anderes Thema … aber auch toll) Ich habe bei meinen Problemen einfach bei den Therapeuten nachgefragt und immer ein offenes Ohr gefunden.
Ein besonderes Händchen haben die Damen, die die Sitzordnung im Speisesaal herstellen. Ich hatte wirklich das Gefühl, hier sind gute Geister am Werk. Ich hatte wahnsinnig nette Menschen am Tisch. Beim täglichen Blick auch auf die umliegenden Tische hatte ich den Eindruck von einer allgemeinen Zufriedenheit. Es wurde gelacht und geschnattert, die Krankheiten waren fachübergreifend zusammengestellt und rückten dadurch angenehm in den Hintergrund.
An manchem Abend klang der Tag im zur Klinik gehörenden, aber öffentlichen Wiener Café aus, an anderen Tagen konnte ich mit meinem Rad noch eine kleine Runde drehen.
Die unglaubliche Schönheit der Kaiserbäder-Architektur, das tolle Gefühl, „mal eben mit dem Rad“ nach Polen zu fahren, oder die Schönheit des Hinterlandes der Sonneninsel Usedom zu beschreiben, würde den Artikel hier sprengen. Mit „Da kuren, wo andere Urlaub machen“ ist alles gesagt.
Ich war sehr zufrieden in der Rehabilitationsklinik im Seebad Ahlbeck.