Damit die Lunge ausreichend Sauerstoff in den Körper aufnehmen kann, muss man genügend tief ein- und ausatmen. Etwa drei Viertel dieser Atemarbeit werden normalerweise vom Zwerchfell erbracht. Beim Emphysem ist das Problem, dass die Lunge überbläht ist.
Sie kann durchaus 1 – 2 Liter gefangene Luft enthalten. Bei körperlicher Belastung wird die Situation noch ungünstiger: Die Atmung wird zunehmend kürzer und unvollständiger; man pumpt sich immer weiter auf. Zusätzlich zum Emphysem in Ruhe kommen noch einmal 1 – 1,5 Liter Luft im Brustkorb hinzu – die Ärzte nennen das eine dynamische Überblähung. Dadurch wird das Zwerchfell immer weiter nach unten gedrückt und arbeitet nicht mehr gut genug. Stattdessen muss vermehrt die Atemhilfsmuskulatur eingesetzt werden, die weniger effektiv ist und viel Energie benötigt.
Außerdem ist durch die verengten Bronchien an sich („Obstruktion“) und den durch die Überblähung erhöhten Druck im Brustkorb die Durchgängigkeit der Bronchien eingeschränkt (Auslöser für „Atemnot“). Gegenüber Gesunden ist die Atemarbeit deutlich erhöht, und der COPD-Patient verbraucht unter Belastung bei jedem Atemzug bis zu 10 – 12 mal so viel Energie.
Ein Muss unter Belastung ist daher die dosierte Lippenbremse oder der Einsatz einer „Stenose“ (z.B. Strohhalm): man bildet mit den Lippen nur eine kleine Öffnung, wodurch beim Ausatmen ein Rückstau der Luft entsteht und die Bronchien stabiler und dadurch offen bleiben: Man kann besser und vollständiger ausatmen (vgl. Abb. 2).