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Gabi Niethammer, so erschienen im Alpha1-Journal 1/2026.
Singen kann die Lebensqualität, Lungenfunktion und Atemmuskulatur verbessern. Es fördert die tiefe Bauchatmung und die Belüftung der Lungen. Außerdem stärkt es das Zwerchfell und hilft, die Luft kontrollierter ein- und auszuatmen.
Neben der Gesundheitsförderung steigert das gemeinsame Singen das Wohlbefinden und reduziert soziale Isolation, wenn man in Gemeinschaft singt. Es kann temporär den Gedankenschwerpunkt verändern – weg von der bestehenden, mühsamen Erkrankung und hin zum Spaß am Singen und der Leichtigkeit, die Musik häufig verströmt.
Beim Singen befreit sich die Lunge, sie dehnt sich mehr aus, da man meistens nicht in einer Stresssituation singt, sondern in einer Wohlfühlatmosphäre.
Singen ist schleimlösend, so ist es ganz normal, wenn man hin und wieder beim Singen husten muss, da sich abgelagerte Schleimklumpen durch die Vibration und Ausatmung lösen. Wichtig ist, dann nicht mit dem Singen aufzuhören, sondern eine kurze Hustenpause zu machen und weiter zu singen, dann bekommt man den Schleim leichter aus der Lunge.
Das Besondere ist, dass Gesang eine sichere, nicht medikamentöse Ergänzungstherapie ist, die hilft, den Körper bewusster und ganzheitlicher wahrzunehmen:
- Singen verändert das Atemverhalten und stärkt die Atemmuskulatur, denn das Zwerchfell wird durch gezielte Übungen für eine effizientere Atmung trainiert.
- Singen ermöglicht eine verbesserte Atemkontrolle. Bei längeren Gesangsphrasen verlängert sich die Atmung, was das Entleeren der Lunge unterstützt.
- Singen kann helfen, die Hilfsmuskulatur im Nacken- und Schulterbereich zu entspannen.
- Singen hebt die Stimmung, reduziert Ängste und fördert soziale Kontakte, z. B. in (Lungen-)Chören.
Es empfiehlt sich, mehrmals in der Woche kleine Singrituale in den Alltag einzubauen und somit eine Kontinuität zum Erweitern des Lungenvolumens zu gewinnen. Dabei ist es wichtig, sich nicht zu überlasten und bei Bedarf Pausen einzulegen.
Es empfiehlt sich, mehrmals in der Woche kleine Singrituale in den Alltag einzubauen und somit eine Kontinuität zum Erweitern des Lungenvolumens zu gewinnen. Dabei ist es wichtig, sich nicht zu überlasten und bei Bedarf Pausen einzulegen.
Das Besondere am Singen ist, dass man nur ein einziges Instrument, nämlich sich selbst, dazu benötigt und man jederzeit und unkompliziert zu Hause oder in Gemeinschaft trainieren kann. Ob im Auto, in der Küche oder unter der Dusche – für das Nachsingen der liebsten Gute-Laune-Lieder gibt es keine Einschränkungen.
Im Rahmen eines Gesangs- und Atemtrainings zu Hause sollte bei der Liederwahl jedoch auf folgende Aspekte geachtet werden:
- Die Phrasen der Lieder sollten nicht zu lang sein, damit ausreichend Zeit für Pausen zum Einströmen der Atemluft bleibt.
- Die Stimmlage des Liedes sollte weitgehend der eigenen Stimmlage entsprechen, um unnötige Anstrengung zu vermeiden. Dennoch ist es wichtig, dass beim Singen den Stimmbändern immer wieder einmal höhere und tiefere Zieltöne abverlangt werden. Dadurch wird sowohl die Brust- als auch die Zwerchfellatmung aktiv erweitert. Auf diese Weise kommt es zu einem Ausgleich der hohen und tiefen Lage einer Stimme.
- Die Lieder können auch nur mit Vokalen (La, Le, Lu, Da, De, Di, Do, Du usw.) gesungen werden.
- Wesentlich ist, beim Singen den Mund vertikal um mind. zwei Fingerbreit zu öffnen, denn dann benötigt man weniger Kraft. Ein gutes Beispiel sind kleine Kinder, die stundenlang schreien können, ohne heiser zu werden, weil sie beim Schreien keine Kraft aufwenden. Im besten Fall sollte man mit demselben Kraftaufwand singen, mit dem man auch spricht – also nahezu keinem!
Manche Inhalationssprays beeinflussen oder betäuben leicht die Stimmlippen. Deswegen empfiehlt es sich, nach dem Spray, wenn man etwas gewartet hat, einen Schluck Apfelsaft zu trinken oder in einen Apfel zu beißen, ehe man mit dem Singen beginnt. Äpfel haben denselben pH-Wert wie der Speichel, was sehr gut für den Atemwegsbereich ist. Ganz anders ist es mit Milchprodukten vor dem Singen, da diese eher verschleimen.
Nutzen Sie mit Freude diese so einfache Möglichkeit, sich und Ihrem Körper durch Singen Gutes zu tun – Ihre Lunge wird es Ihnen danken und es gibt an dieser Stelle kein richtig oder falsch.