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Marion Wilkens, so erschienen im Alpha1-Journal 1/2026.
Die aktualisierte S2k-Leitlinie zur COPD der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) setzt ein starkes Zeichen: Künftig soll jede Patientin und jeder Patient mit einer COPD mindestens einmal im Leben auf einen Alpha-1-Antitrypsin-Mangel (AATM) getestet werden. Was wie eine fachliche Empfehlung klingt, ist für viele Betroffene ein längst überfälliger Durchbruch.
Alpha-1-Antitrypsin ist ein Eiweiß, das in der Leber gebildet wird und die Lunge vor entzündungsbedingter Zerstörung schützt. In der Leber kann es durch Fehlbildung zu einer Verklumpung kommen, was eine Schädigung der Leber zur Folge haben kann. Fehlt dieses Schutzprotein oder ist es fehlgefaltet aufgrund eines genetischen Defekts – man spricht vom Alpha-1-Antitrypsin-Mangel –, kann es, neben einer Leberschädigung, bereits in jüngeren Jahren zu einer ausgeprägten Lungenemphysem-Erkrankung kommen. Die Symptome ähneln häufig einer „klassischen“ COPD: Atemnot, Husten, eingeschränkte Belastbarkeit. Der entscheidende Unterschied jedoch ist die Ursache – und damit auch die Möglichkeit einer gezielteren Therapie sowie einer frühzeitigen Testung von Familienangehörigen.
Für diese Menschen bedeutet eine einfache Blutuntersuchung Klarheit – und oft auch Erleichterung, endlich eine Erklärung für den Krankheitsverlauf zu erhalten.
Schätzungen zufolge könnten bis zu 10 Prozent der COPD-Patientinnen und -Patienten den genetischen Defekt tragen, der als solcher bei ihnen aber noch nicht entdeckt wurde. Hinter der Diagnose COPD verbirgt sich also in manchen Fällen eine seltene, aber behandelbare Erkrankung. Für diese Menschen bedeutet eine einfache Blutuntersuchung Klarheit – und oft auch Erleichterung, endlich eine Erklärung für den Krankheitsverlauf zu erhalten. Die neue Leitlinienempfehlung ist deshalb weit mehr als eine formale Anpassung. Sie ist ein Signal für mehr Aufmerksamkeit, für genaues Hinschauen und für eine individualisierte Medizin. Denn nur was erkannt wird, kann auch gezielt behandelt werden. Für Betroffene und ihre Familien bedeutet das Hoffnung: Hoffnung auf eine frühere Diagnose und auf passgenaue Therapien. Manchmal beginnt bessere Versorgung mit einer einzigen, konsequent durchgeführten Testung.
Neugierig?
Die Alpha-1-Center (Atemwegsliga) haben hierzu ein ausführliches Video erstellt: