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„Bei der Lungenfunktionsprüfung auch mal nein sagen“

Auf Mainzer Treff stand die Lunge ganz im Vordergrund

Von Herbert Rude

 

Wahrscheinlich hat jeder Alpha  in seiner Karriere schon eine Vielzahl von Lungenfunktionsprüfungen gemacht. Da die Geräte in der Messung sensibel und deshalb auch fehleranfällig sind, müssen diese Prüfungen häufig wiederholt werden, manchmal sogar mehrfach. „Das kann extrem belastend sein, gerade für Sauerstoffpatienten, aber nicht nur für diese“, sagte Therese Kauf vom Alpha-1-Zentrum in Augsburg jetzt auf einem Patiententag von CSL Behring in Mainz, an dem auch viele Mitglieder der SHG Rhein-Main-Nahe teilgenommen haben,  und der ganz unter dem Thema Lunge stand.

Besonders das tiefe Ausatmen in der Messung kann sehr anstrengend sein. „Deshalb sollten Patienten bei der Aufforderung zu einer oder zu mehrfacher Wiederholung auch mal nein sagen, gerade wenn der Wert in etwa auf dem Niveau früherer Prüfungen liegt“, so die Spezialistin.  Sie rät dazu, ruhig und entspannt mit der Prüfung zu beginnen: „Sie sollten die Prüfung lieber einmal gut absolvieren als 10 mal schlecht“, sagt sie. „Da gehören Ruhe und Entspannung dazu, und Patienten sollten die Assistentinnen oder Assistenten auch darauf hinweisen, wenn der hektische Betrieb in der Praxis oder Klinik das beeinträchtigt.“

Denn zunächst gehe es nur um ruhiges Ein- und Ausatmen. Wenn dann eine Klappe die Luftzufuhr versperre, messe sie den Atemdruck. Zudem komme die Klappe unmittelbar vor dem Einatmen, denn damit werde auch gemessen, wieviel Luft nach dem Ausatmen noch in der Lunge sei.  Nach der letzten Klappe gehe es dann um ruhiges und gleichmäßiges Ausatmen, dann tiefes Luftholen, und schließlich mindestens 6 Sekunden Ausatmen mit aller Kraft. „Hier ist es wichtig, mit maximaler Anstrengung mitzumachen, auch wenn das eine Quälerei ist. Denn die Ergebnisse zeigen, wie fortgeschritten eine mögliche Obstruktion ist“, so die Mitarbeiterin des Augsburger Zentrums.  Gemessen würden hier unter anderem der FEV1 als forcierter Ausatmungswert in einer Sekunde und der FVC als  gesamte Atemkapazität. , aber auch die totale Lungenkapazität (TLC) und das Reservevolumen (ERV), das misst, wieviel Luft nach einer normalen Ausatmung noch zusätzlich unter Anstrengung ausgeatmet werden kann.

Neben der Lungenfunktionsprüfung hält Kauf auch regelmäßige so genannte Diffusionsmessungen für sinnvoll. Denn damit werde der Austausch zwischen Sauerstoff und Kohlendioxid erfasst, speziell der Verlust an  Austauschfläche über kaputte Lungenbläschen.  Die Messung erfolgt über die Beimischung von CO, also Kohlenmonoxid, weil dieses genauso schnell aufgenommen wird wie Sauerstoff. Bei dem Test  Hier sei es wichtig, nach dem Einatmen die Luft 8 bis 10 Sekunden anzuhalten. „Denn es dauert, bis das Gas ins Blut kommt“, so die Spezialistin.

 

 

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